Berater/in für die gesundheitliche Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase

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Weiterbildung

 

Im zunehmendem Lebensalter oder bei chronisch fortschreitenden Erkrankungen wird eine Auseinandersetzung mit Fragen der physischen, psychischen, sozialen und religiösen bzw. spirituellen Unterstützung im letzten Lebensabschnitt erforderlich. Ebenso gewinnen Fragen zu pflegerischen Maßnahmen und medizinischen Behandlungen an Bedeutung, um eine Versorgung nach den Wünschen des Betroffenen zu gewährleisten.

Um den Patienten durch diese komplexen Fragestellungen zu begleiten, hat der Gesetzgeber die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase implementiert, „…ein individuelles, auf die Situation der Leistungsberechtigten/des Leistungsberechtigten zugeschnittenes Beratungsangebot zur medizinisch-pflegerischen, psychosozialen und/oder seelsorgerlichen Versorgung in der letzten Lebensphase.“

Die Inhalte der Weiterbildung erfüllen die Vorgaben der Vereinbarung nach § 132g Abs. 3 SGB V an die Qualifizierung der Beraterinnen und Berater.

Inhalte der Weiterbildung

  • Konzept der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
  • Rolle des Beraters
  • Palliative Haltung und Bedeutung Lebensqualität
  • Beratungsprozess
  • Symptomkontrollen
  • Gesprächs- und Moderationstechniken
  • Ethische Aspekte
  • Rechtliche Aspekte
  • Dokumentation und Vernetzung
  • Intensivtrainings in Kleingruppen

Kursverlauf

Die Weiterbildung startet mit einem Theorieteil von insgesamt 56 Unterrichtsstunden und den oben aufgeführten Inhalten. Anschließend folgt eine zweimonatige Praxisphase in der die Inhalte der Weiterbildung angewendet werden müssen. Jeder Teilnehmer erhält insgesamt 12 Unterrichtsstunden Einzelcoaching/Begleitung bei der Durchführung von Beratungsgesprächen in der Praxis.

In den folgenden 12 Monaten muss der Teilnehmer nachweisen, dass er mindestens 7 Beratungsprozesse eigenverantwortlich durchgeführt hat. Während dieser Phase der Weiterbildung wird der Teilnehmer durch einen Reflexionstag und bei Fragen durch die Fachdozenten begleitet.

Zugangsvoraussetzungen

Die Zugangsvoraussetzungen erfüllt, wer berechtigt ist, die staatlich anerkannte Berufsbezeichnung

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in oder
  • Altenpfleger/in oder
  • Kinderkrankenpfleger/in oder
  • Heilerziehungspfleger/in
  • Heilpädagogin/ Heilpädagoge oder
  • Erzieher/in

zu führen. Die Zugangsvoraussetzungen sind ebenfalls gegeben, wenn ein Studienabschluss im Bereich

  • der Gesundheits- und Pflegewissenschaften oder
  • der Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften

(insbesondere als Pädagogin/Pädagoge, Heilpädagogin/Heilpädagoge, Sozialarbeiter/in, Sozialpädagogin/Sozialpädagoge, Psychologin/Psychologe, Theologin/Theologe) nachgewiesen werden kann.

Die Teilnahme setzt eine mindestens dreijährige einschlägige Berufserfahrung innerhalb der letzten acht Jahre voraus, die mindestens im Umfang einer halben Stelle umfassen muss.

Vor Beginn der Weiterbildung müssen folgende Unterlagen vorliegen:

  • Lebenslauf
  • Kopie der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung oder Studienurkunde (Original muss dem Institut vorgelegt werden)
  • der aktuellen Tätigkeit und bisheriger Berufserfahrung

Abschluss

Nach erfolgreicher Teilnahme am Theorieteil sowie der ersten Praxisphase erhält der Teilnehmer einen Nachweis der ihn gegenüber der Krankenkasse zur Erbringung der Leistung berechtigt.

Nach erfolgreichem Abschluss des zweiten Praxisteils erhalten die Teilnehmer das Zertifikat „Berater/in für die gesundheitliche Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase nach §132 G SGB V“.

Die Weiterbildung erfüllt die Voraussetzungen der Vereinbarung nach § 132g Abs. 3 SGB V über Inhalte und Anforderungen der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase vom 13.12.2017.